programm
Stichwort ›Jerusalem‹: Theodor Herzl & Selma Lagerlöf
99. AUTOR*INNENPROJEKT
Vor fast 125 Jahren erschienen zwei Romane, die gesellschaftliche Neugründungen zum Gegenstand haben: Theodor Herzls Utopie entwirft eine internationale, genossenschaftlich organisierte Solidargemeinschaft im Palästina des osmanischen Reichs. Herzls Augenmerk liegt u.a. auf Infrastruktur und Wirtschaft. Selma Lagerlöf behandelt reale Ereignisse um eine Gruppe von Bauern, die von Schweden nach Jerusalem auswandert, um sich dort der evangelikalen »American Colony« anzuschließen. Lagerlöf reiste zu Recherchezwecken selbst nach Jerusalem. Ihr Roman gilt als gewichtiger Grund für die Verleihung des Nobelpreises 1909, als erster Frau. Wie lesen wir diese Darstellungen gesellschaftlicher Utopien von der vorletzten Jahrhundertwende heute?
L. Mischkulnig, B. Schwens-Harrant, C. Zöchling
Lydia Mischkulnig, *1963, Schriftstellerin, Lehrbeauftragte, Konzeptionistin. Zuletzt: Worüber wir reden, wenn wir von Literatur reden. Vier Lektüren. Essays und eine Erzählung (2026).
Brigitte Schwens-Harrant, *1967; Feuilletonchefin der Furche, Bachmann-Preis-Jurorin 2020–2026. Lehraufträge an den Universitäten Innsbruck, Salzburg, Wien. Zuletzt: Übers Schreiben sprechen. 18 Positionen österreichischer Gegenwartsliteratur (2022); siehe auch 24.11.
Christa Zöchling, *1959; Projekte zur Zeitgeschichte, lange Zeit Profil-Redakteurin, jetzt beim Podcast Dunkelkammer history (dafür 2025 ausgezeichnet als »Journalistin des Jahres«); Buchbeiträge zum Thema Rechtspopulismus.