literatur-blog der alten schmiede

Am 27. November wäre der im Vorjahr verstorbene Schriftsteller Ludwig Fels (1946–2021) 76 Jahre alt geworden. Der einstige Hilfsarbeiter, Maschinist, Stanzer und Packer reüssierte in den 1970er Jahren als hochbegabter »Arbeiterdichter«. Am 24.11. setzt sich Jan Koneffke im Rahmen der Reihe Dichter liest Dichter mit Felsʼ Werk auseinander, in dem er das notwendige Bedürfnis des Autors beobachtet, sich »aus der Welt deformierten Lebens, der psychosozialen Misere mit expressionistischer Wucht und kühnen Metaphern herauszusprengen«. Dass die Entfremdung von Sprachlosigkeit und Gewalt die innere Fremdheit jedoch nicht aufhob, sondern sie verstärkte, ist dabei Teil von Felsʼ vielseitigem Werk, so Koneffke. Der Vorabdruck zweier Gedichte aus dem im März 2023 im Jung und Jung Verlag erscheinenden Lyrikband Mit mir hast du keine Chance. Gedichte 1973–2018 gibt einen Vorgeschmack auf die Veranstaltung:
Mehr ...
Der Kubaner Carlos A. Aguilera (* 1970) lebt in Prag und Barcelona, vor seinem Weg in die Diaspora zählte er zu den Mitherausgebern der Samisdat-Zeitschrift Diáspora(s) (1997–2002) und gehört damit einer Generation an, die in einer stark ideologisierten Atmosphäre auf ausländische Vorbilder wie unter anderem Thomas Bernhard, Ernst Jandl und Michel Foucault rekurrierte, um neue literaturästhetische Wege zu beschreiten. Bis heute arbeitet sich Aguilera in seinen Essays und Romanen an den Themen Staat und Macht ab. Gemeinsam mit der in Miami lebenden Legna Rodríguez Iglesias (* 1984) stellt er am 7. November aktuelle lyrische Arbeiten vor – vorab lesen Sie hier ein Gespräch zwischen Carlos A. Aguilera und dem Übersetzer Udo Kawasser aus dem Jahr 2004.
Mehr ...
Literatur braucht Zeit, sie braucht Zweifel und hat ein kompliziertes Verhältnis zu dem, was wir landläufig als ›Wahrheit‹ bezeichnen, so Norbert Gstrein in seinem Essay, der für einen Abend in der Reihe StreitBar entstanden ist: Am 23.6.2022 diskutierte der Autor über das von ihm gewählte Thema ›Politische Literatur‹ mit Jonas Lüscher in der Alten Schmiede. Norbert Gstreins Text können Sie hier nachlesen.
Mehr ...
PMS ist die Zeitschrift eines gleichnamigen Literaturkollektivs, das aus einem mehrmonatigen Schreibworkshop hervorgegangen ist. Geleitet wurde der Workshop von Kaśka Bryla, Autorin und Redakteurin der Literaturzeitschrift PS – Politisch Schreiben.* Die erste Ausgabe der PMS erschien 2019 in Leipzig und beinhaltet Texte von Elena S., Irina Nekrasov/a, Mascha Bujanova, Serra Nadia, T. Nguyễn und Vân Anh, die sich differenziert-wachen Auges mit postmigrantischen Erfahrungen und Perspektiven auseinandersetzen.
Mehr ...
Die vier Autor*innen Andrea Grill, Hanno Millesi, Barbara Rieger und Michael Stavarič haben sich von Produktionsumständen der Unterhaltungsbranche dazu anregen lassen, gemeinsam einen Roman zu verfassen. Gespräche über Plot, Figuren, Erfahrungen in der gemeinsamen Konzeption, Prozesse des Schreibens und des Überarbeitens haben einen intensiven Gesprächsprozess angeregt. Zwei Abende – am 21. Juni und am 4. Oktober – geben Einblick in das Projekt und die mitunter unterschiedlichen Standpunkte der vier Schreibenden; außerdem stellen sie dem Publikum Textauszüge aus dem bisher entstandenen Material vor. Vom Schauplatz des Romans hat Hanno Millesi eine Skizze angefertigt und dazu folgenden kurzen Text verfasst.
Mehr ...