literatur als zeit-schrift

Literaturzeitschriften und deren Macher*innen seien »eine kleine resistente Minderheit, ein Büschel Gras, das wie durch ein Wunder dem Beton entgangen ist«, charakterisiert Michael Krüger, der ehemalige Herausgeber der Akzente, die prekäre wie widerständige Stellung des vielgestaltigen Mediums im literarischen Feld. Als Orte kritischer ästhetischer und gesellschaftlicher Auseinandersetzung und abseits von Marktkonformität und Mehrheitsmeinung sind Literaturzeitschriften ein zentraler Bestandteil des literarischen Lebens:  Sie stoßen Debatten an, ermöglichen neue Schreibweisen, erkunden ästhetische Zwischenräume, die in anderen Medien kaum Platz finden. In den Veranstaltungen der Reihe Literatur als ZeitSchrift stellen Herausgeber*innen, Redakteur*innen und Beiträger*innen aktuelle Ausgaben österreichischer Literaturzeitschriften vor; auch wichtige historische Debatten aus Literaturzeitschriften werden von Autor*innen und Zeitschriftenforscher*innen präsentiert. So erschließt die Reihe zeitschriftengeschichtliche Diskurse und erörtert außerdem Funktion, Stellung und Zukunft des Mediums in der deutschsprachigen literarischen Öffentlichkeit.

Zitatquelle: die horen Nr. 250/2013, S. 128.

aus dem archiv

aus dem blog

PMS ist die Zeitschrift eines gleichnamigen Literaturkollektivs, das aus einem mehrmonatigen Schreibworkshop hervorgegangen ist. Geleitet wurde der Workshop von Kaśka Bryla, Autorin und Redakteurin der Literaturzeitschrift PS – Politisch Schreiben.* Die erste Ausgabe der PMS erschien 2019 in Leipzig und beinhaltet Texte von Elena S., Irina Nekrasov/a, Mascha Bujanova, Serra Nadia, T. Nguyễn und Vân Anh, die sich differenziert-wachen Auges mit postmigrantischen Erfahrungen und Perspektiven auseinandersetzen.
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Die Gründung der Linzer Literaturzeitschrift neue texte 1968 durch deren Herausgeber und wichtigen österreichischen Vertreter der konkreten Poesie Heimrad Bäcker fällt in eine Phase der Weiterentwicklung dieser seit den 1950er Jahren sich formierenden literarischen Strömung hin zu erweiterten experimentellen Formen: »Einer Dichtung und Poetik des Experiments im Umbruch von konkreter zu visueller und konzeptioneller Poesie bildete Bäckers Zeitschrift ›neue texte‹ ein Publikationsorgan, das neben international arrivierten Autoren auch jüngere und (damals) unbekannte präsentierte, neben dogmatisch am Begriff des konkreten Texts orientierten Arbeiten auch solche publizierte, die auf Transgression der Gattungen und Genres setzten oder auf traditionelle Formen zurückgriffen, indem sie diese aus dem Geist des Experiments umbewertend reanimierten.« (Eder, 1999, S. 114)
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