aus dem blog

Die Gründung der Linzer Literaturzeitschrift neue texte 1968 durch deren Herausgeber und wichtigen österreichischen Vertreter der konkreten Poesie Heimrad Bäcker fällt in eine Phase der Weiterentwicklung dieser seit den 1950er Jahren sich formierenden literarischen Strömung hin zu erweiterten experimentellen Formen: »Einer Dichtung und Poetik des Experiments im Umbruch von konkreter zu visueller und konzeptioneller Poesie bildete Bäckers Zeitschrift ›neue texte‹ ein Publikationsorgan, das neben international arrivierten Autoren auch jüngere und (damals) unbekannte präsentierte, neben dogmatisch am Begriff des konkreten Texts orientierten Arbeiten auch solche publizierte, die auf Transgression der Gattungen und Genres setzten oder auf traditionelle Formen zurückgriffen, indem sie diese aus dem Geist des Experiments umbewertend reanimierten.« (Eder, 1999, S. 114)
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Zum Abschluss von Slammer. Dichter. Weiter. - Teil 1/2

Zehn Jahre lang hat Markus Köhles Autorenprojekt Slammer.Dichter.Weiter. Brücken zwischen Lyrik und Spoken Word, zwischen Slam Poetry und österreichischer Literaturgeschichte geschlagen: Slammer*innen wurden mit Texten österreichischer Dichter*innen aus dem 20./21. Jahrhundert konfrontiert und haben darauf mit Text und Performance reagiert. Am 11. Oktober, 19.30 Uhr, lädt Markus Köhle gemeinsam mit den Slammerinnen Sarah Anna Fernbach, Barbara Lehner, Anna Hader und Janea Hansen zu einem Abschlussabend in die Alte Schmiede. Für den Blog hat er die vier Autorinnen vorab porträtiert – und um kurze Videobotschaften gebeten.
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Zum Abschluss von Slammer. Dichter. Weiter. - Teil 2/2

Am 11. Oktober, 19.30 Uhr, lädt Markus Köhle gemeinsam mit den Slammerinnen Sarah Anna Fernbach, Barbara Lehner, Anna Hader und Janea Hansen zu einem Abschlussabend in die Alte Schmiede. Für den Blog hat er die vier Autorinnen vorab porträtiert – und um kurze Videobotschaften gebeten.
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Alpensprache Rohrmoos

Blog, 4. Oktober 2021
Alpensprache Rohrmoos ist ein poetischer Dialog mit Friederike Mayröcker und Ernst Jandl, den Frieda Paris und Christoph Szalay ausgehend vom steirischem Ferien- und Schreibort der beiden Dichter*innen entwickelt haben. Für den Blog haben Frieda Paris und Christoph Szalay Lesungsauszüge und Fotografien ihrer Recherche vor Ort zur Verfügung gestellt. Am 7.10. stellen sie Alpensprache Rohrmoos gemeinsam mit der Literaturwissenschafterin Aurélie Le Née in der Alten Schmiede vor. (Zur Veranstaltung)
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Markus Köhle über Janea Hansen & Anna Hader

Blog, 8. Oktober 2021
Zum Abschluss von Slammer. Dichter. Weiter. - Teil 2/2

Am 11. Oktober, 19.30 Uhr, lädt Markus Köhle gemeinsam mit den Slammerinnen Sarah Anna Fernbach, Barbara Lehner, Anna Hader und Janea Hansen zu einem Abschlussabend in die Alte Schmiede. Für den Blog hat er die vier Autorinnen vorab porträtiert – und um kurze Videobotschaften gebeten.


Janea Hansen

Kennen Sie Georg Kreisler? Haben Sie oder Ihre Eltern Schallplatten von Georg Kreisler zu Hause? Was ist Ihr Lieblingslied von Georg Kreisler? Die Telefonbuchpolka? Zwei alte Tanten tanzen Tango? Wien ohne Wiener? Unheilbar gesund? Das Kapitalistenlied? Der Opernboogie? Oder doch Tauben vergiften? Janea Hansen mag »Ich kann tanzen«. Ich kann das verstehen. Janea Hansen hat sich Georg Kreisler in den Mund gelegt und was draus gemacht: Playback mit Sonnenlichteffekt – sehr schön. Das wird es auf jeden Fall zu sehen geben bei sdw 2.10. Was sie live machen wird, wollen Sie wissen? Wie sie sich »Ich kann tanzen« angeeignet und darauf geantwortet hat? Auf unterschiedliche Weise, mehr sei noch nicht verraten. »Ich kann tanzen« ist 1972 auf Vorletzte Lieder erschienen. Seine Autobiografie mit dem Titel Letzte Lieder ist dann zwei Jahre vor seinem Tod, 2009 veröffentlicht worden.
Janea Hansen bringt Kolumnen auf die Bühne, schreibt zeitgemäße Gedichte, die sich selbstverständlich und selbstbewusst der internetionalisierten Sprache bedienen und zeigt auch auf, dass sich der Referenzrahmen gegenwärtiger Literatur nicht auf Literatur, Natur und Altbekanntes beschränken darf. Janea Hansen findet Formen, gehört zu werden.
Janea Hansen ist Autorin, Slam Poetin, Moderatorin, Kulturveranstalterin und studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaftlerin. Unter anderem arbeitet sie im Veranstaltungskollektiv FOMP und betreut als Veranstalterin die Lesereihe AnnoLiteraturSonntag und den U20 Poetry Slam im Dschungel Wien. Weitere Infos unter: www.janeahansen.wordpress.com

Janea Hansen

Videobotschaft Janea Hansen

Anna Hader

»Wenn niemand die kleinen Gedichtchen drucken würde, die man da so nebenbei macht, ob man sie dann überhaupt schreiben würde?«, fragt sich vor ziemlich genau 64 Jahren Walter Buchebner in seinem Tagebuch (am 6. Oktober 1957).
In den letzten 18 Monaten gab es kaum Möglichkeit Vortragsliteratur live zu erleben. Daher wurde auch nur wenig neue Vortragsliteratur geschrieben. »Gedichtchen« brauchen Literaturzeitschriften und Spoken Word Poetry braucht die Bühne. Anna Haders Arbeiten vereinen alle idealtypischen Merkmale von Spoken Word Poetry. Sie spielt mit Rhythmus und Geschwindigkeit, sie scheut nicht davor zurück Schnellsprechskills einzusetzen, sie rappt, sie reimt, sie bricht Muster, sie karikiert den typischen Spoken-Word-Sound und drückt dem Genre im Werden ihren eigenen Stempel auf. Inhalt und Form bedingen sich gegenseitig, halten sich die Waage und schießen dann doch auch mal wieder fröhlich übers Ziel hinaus. Das ist lustvolle, entfesselte Poesie des 21. Jahrhunderts.
Anna Hader hat auf Wir aus den Bars und Espressos von Walter Buchebner aus dem Jahr 1956 geantwortet (in ich die eule von wien, Hg. Daniela Strigl, S. 120), macht aber im Video einfach mal nur eine Ansage.

Anna Hader

Videobotschaft

Markus Köhle, *1975, Autor, Poetry-Slammer, Literaturwissenschaftler. Zuletzt erschien (u.a.): Jammern auf hohem Niveau. Ein Barhocker-Oratorium (2017); Schneller, höher und so weiter (mit Peter Clar, 2021); Zurück in die Herkunft. Ein Nabelschaulauf zu den Textquellen (2021).


Text: Markus Köhle