programm
Dicht-Fest
104. AUTOR*INNENPROJEKT
Die Zumutung der offenbleibenden Fragen und die Unmöglichkeit von Eindeutigkeit wird in Anja Bachls (*1986) neuem Gedichtband hör- und spürbar. Gleichzeitigkeiten und Zwischenzustände als Verwundung und Möglichkeit von Identität werden hier fluide Sprache eines »vielleicht trotzdem«.
Im Gedichtband von Philipp Hauser (*1992) sind Gedichte wie Schreie in einer kargen, feindlichen Welt zu vernehmen. Schreie, die aus dem Boden sprießen wie widerständige Blumen, die zu Bewegungen führen als eine mögliche Hoffnung für das, was Menschsein sein könnte.
Die Gedichte von Erika Wimmer Mazohl (*1957) wurden von Zeichnungen der Künstlerin Karin Welponer inspiriert. Es sind fünf Gedichtzyklen, die den Bogen von sexueller Vereinigung über die biologischen Bedingungen der Entstehung des Menschen hin zum Welken und Sterben spannen.
Das noch unveröffentlichte Manuskript von Seda Tunç (*1983) entfaltet sich in Flüssen, die als Kapitel fungieren. In jedem wechseln Perspektive, Stimme und Form der Gedichte. Krieg, Unruhe, Schlaflosigkeit, Natur und Freundschaft sind wesentliche Motive, individuell wie kollektiv.
Die Gedichte von Dörte Lyssewski (*1966) nehmen die Leser*innen mit in die Tiefen verschiedenster existentieller Zwischenräume. Die Frage nach Identitäten, die Welt der sogenannten Realität mischen sich mit Mythen und Märchen und generieren poetische Räume und Öffnungen.
S. Insayif
Semier Insayif, *1965; Autor, Literaturvermittler; zuletzt: vom auf horchen und zu fallen. Gedichte (2025).
in Kooperation mit die Furche