programm
Begegnungen mit Barbara Frischmuth
Peter Henisch musste seine Teilnahme leider kurzfristig absagen
DICHTER LIEST DICHTERIN
»Sich im anderen zu erkennen ist eine Übung, die den Blick auf unser Alltäglichstes wieder mit Staunen erfüllt«, so Barbara Frischmuth (1941–2025). Das eine im anderen zu erkennen: Zu dieser grundlegenden politischen Übung gibt das Werk von Barbara Frischmuth selbst allen Anlass – etwa durch die transkulturelle Anlage ihres Erzählkosmos, die Verschränkung von Realismus und Fantastik, die Absage an Kategorisierungen wie ›Kinder-‹ oder ›Erwachsenenliteratur‹, und nicht zuletzt die Wandlungsfähigkeit ihrer (Frauen-)Figuren. Ähnlich wandelbar können im Lauf einer Lektürebiografie die Zugänge zu Frischmuths Werk sein: von den sprach- und sozialisierungskritischen Texten über die Darstellung von Geschlechter- und Generationenverhältnissen bis zur poetischen Exploration von Hortikultur. Zwischen Erinnerung und Bestandsaufnahme, Hommage und Fortschreibung oszillieren die Lektürewege, die zu begehen dieser zweiteilige Abend einlädt.
Barbara Frischmuth, *1941 in Altaussee, wo sie nach Studien (u.a. der Orientalistik) in Graz, der Türkei, Ungarn und vielen Jahren in Wien zuletzt wieder lebte. Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Hörspiele, Filmdrehbücher.
Peter Henisch, *1943; Autor, Musiker. Romane, Gedichtbände, Erzählungen, Hörspiele, Filmdrehbücher, Liedtexte, CD-Aufnahmen – zuletzt: Nichts als Himmel. Roman (2023). Siehe auch 14.9.