aus dem blog

Eine Gedichtefahrt Richtung Dichterloh, Mai 2021

Jedes Gedicht ist anders. In jedem Gedichtband ist jedes Gedicht ein neues Gedicht. Das einzelne Gedicht ist das Zentrum jedes Gedichtbands. Mit jedem Gedicht beginnt eine Welt. Die folgende kleine Serie stellt jeden Gedichtband, aus dem bei Dichterloh (4.5.–11.5.2021) gelesen wird, anhand eines Gedichtes vor.
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Dichterloh-Nachlese

Blog, 10. Februar 2021
Das Dichterloh-Festival gab im Jänner 2021 einen reichhaltigen und weit aufgefächerten Einblick in die Lyrik der Gegenwart. Beteiligt waren zwanzig Dichter*innen aus zehn Ländern. Kurator Michael Hammerschmid blickt zurück auf die Festivaltage.
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dichterloh 4.–11. Mai 2021

der hammer 77

Dichterloh - Der poetische Raum

Oktober 2015

Im Zentrum dieser Hammer-Ausgabe steht die Frage nach dem poetischen Raum. Denn so schnell und entwaffnend evident sich dieser auftun kann, so filigran und stets gefährdet ist er auf der anderen Seite. Wie ließe sich das Phänomen also beschreiben, das so unvermittelt und quer durch Zeiten und Räume auftaucht und das doch in jedem Gedicht von Grund auf neu erschaffen und erarbeitet werden muss?

Die acht Dichterinnen und Dichter Eugenijus Ališanka (Litauen), Marcel Beyer (D), Erwin Einzinger (Ö), Marie-Thérèse Kerschbaumer (Ö), Angela Krauß (D), Nadja Küchenmeister (D), Luljeta Lleshanaku (Albanien) und Hans Raimund (Ö) haben beim Lyrik-Festival Dichterloh im Juni und Juli 2015 auf unsere Anfrage hin ihre Perspektiven auf den poetischen Raum formuliert, die wir Ihnen hier zur Nachlese weiterreichen möchten. Sie berichten auf vielfältige Weise von seinem Rätsel und zeigen ihn u.a. als etwas, das „vor allem Klang (ist)“ (M-T. Kerschbaumer) und „in jeder Wäscheklammer“ als Gedicht den „großen Zusammenhang präsent“ (N. Küchenmeister) macht, der „dem Leben eine Form“ (N.K.) gibt, aber sich wie die Gegebenheiten „bekanntlich permanent veränder(t)“ (E. Einzinger), während in ihm zum Wichtigsten „die Reise“ zählt (E. Ališanka), obwohl er keine „geographische Definition“ kennt, weil er vielleicht schlicht „der KOPF“ (H. Raimund) ist. Aber er spiegelt sich auch in Film und Schauspielerei wider und erlaubt ein „Maximum(s) an Verstehen in einer einzigen Geste“ (L. Lheshanaku). Vermutlich ist er einfach „(d)urch und durch künstlich (…), kunstvoll und obszön“ und so „rätselhaft und lächerlich, stinkend und geruchlos“ wie Schnee (M. Beyer). Und doch genauso „ein Zustand“, eine „innere Verfasstheit“: „(d)ie Energie um ein Gedicht“ (A. Krauß).

Michael Hammerschmid

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