aus dem blog

Wie klingt Holz, das seinen Kontext zeigt und sich gleichzeitig aus diesem löst? Wie lässt sich der Naturzerstörung und den kapitalistischen Zwängen dichterisch begegnen? Was passiert mit Sprache, wenn sie den Anfechtungen von Gewalt und Krieg ausgesetzt ist und welche Stimme(n) kann sie dabei ausprägen?
Solche und ähnliche Fragen ziehen sich durch die fünf Abende des Lyrikfestivals dichterloh – in der von Kurator und Moderator Michael Hammerschmid zusammengestellten Gedichtefahrt können Sie ausgewählte Gedichte der auftretenden Dichter*innen vorab lesen.
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Eine Gedichtefahrt Richtung Dichterloh, Mai 2021

Jedes Gedicht ist anders. In jedem Gedichtband ist jedes Gedicht ein neues Gedicht. Das einzelne Gedicht ist das Zentrum jedes Gedichtbands. Mit jedem Gedicht beginnt eine Welt. Die folgende kleine Serie stellt jeden Gedichtband, aus dem bei Dichterloh (4.5.–11.5.2021) gelesen wird, anhand eines Gedichtes vor.
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Dichterloh-Nachlese

Blog, 10. Februar 2021
Das Dichterloh-Festival gab im Jänner 2021 einen reichhaltigen und weit aufgefächerten Einblick in die Lyrik der Gegenwart. Beteiligt waren zwanzig Dichter*innen aus zehn Ländern. Kurator Michael Hammerschmid blickt zurück auf die Festivaltage.
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programm

Dienstag, 17. Mai 2022

Natur Poesie

DICHTERLOH

19:00
Daniela Danz Wildniß Wallstein Verlag
Martina Hefter In die Wälder gehen, Holz für ein Bett klauen kookbooks

Daniela Danz denkt in ihren Gedichten voraus ins Ungewisse, fängt es im scheinbar Gewissen ein, auf, behütet es, lässt es aus, sieht ihm zu. Betrachtet, ungeduldig angesichts des um sich greifenden Unglücks der Naturzerstörung, die Verästelungen und Möglichkeiten, die Schattseiten und das unerwartete Glück der Existenz.

Daniela Danz, *1976, lebt als Lyrikerin, Essayistin, Roman- und Kinderbuchautorin in Kranichfeld/Thüringen. Gedichtbände u.a.: Serimunt (2004), Pontus (2009), V (2014).

In sechs Kapiteln entwirft Martina Hefter poetische Sprech- und Sprach-Partituren der Gegenwart. Sie zieht dafür Mythologien und Lebensgeschichten heran und spiegelt sie im Alltag verschiedener Ich-Stimmen, die nicht zuletzt die Frage stellen: Wie (über-)leben angesichts der bedrängenden kapitalistischen Zwänge und Naturzerstörung?

Martina Hefter, *1965, lebt als Dichterin und Performancekünstlerin in Leipzig. Gedichtbände u.a.: Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch (2013); Es könnte auch schön werden. Gedichte/Sprechtexte (2018).


Lyrikfestival Dichterloh 16.–24.5.

Wie klingt Holz, das seinen Kontext zeigt und sich gleichzeitig aus diesem löst? Wie lässt sich der Naturzerstörung und den kapitalistischen Zwängen - dichterisch - begegnen? Was passiert mit Sprache, wenn sie den Anfechtungen von Gewalt und Krieg ausgesetzt ist und welche Stimme(n) kann sie dabei ausprägen? Und wie nahe kann (dichterische) Sprache an die Unwägbarkeiten und Essenzen von Liebe und Eros heran und was und wie erinnert sie uns? Das sind einige der elementaren Fragen, die sich durch die Gedichte der zehn Dichter*innen aus sechs Sprach- und Kulturräumen ziehen und die zeigen, wie sich die aktuelle Poesie sowohl mit jahrtausendealten als auch mit höchst brisanten oder gänzlich unerwarteten Themen auseinandersetzt und dabei unsere Sinne und Wahrnehmungsmöglichkeiten schärft und erweitert.

Dichtung ist ein staunenswertes Werkzeug der Erkenntnis. Sie vermag sich aus dem Gefüge der Logik, der Grammatik, der Einsprachigkeit, des Subjekts, aber auch der strengen Bindung ans Objekt zu lösen, was sie manchen verdächtig, anderen auf den ersten Blick schwierig erscheinen lässt. Doch ermöglicht es ihr gerade diese Freiheit und Neugierde beim Grenzüberschritt, festgefahrene Muster der Welt- und Wirklichkeitserklärung hinter sich zu lassen. Dichtung fordert weit aus dem Gewohnten heraus und sie steigt tief in die Strukturen von Denken, Sprache, Ich und Gesellschaft hinein. Dichterloh leuchtet uns diese nuanciert aus.

Michael Hammerschmid
Konzept, Moderation und Programmtexte