programm
Donauschwaben – politisch-literarische Erinnerungsreisen
Die Nachkommen jener Deutschen, die im Zuge der Migrationspolitik und Kolonialisierungsbestrebungen der Habsburgermonarchie ausgesiedelt worden waren, mussten als Donauschwaben im Zuge der Niederlage der nationalsozialistischen Machthaber ihre Heimat verlassen. 80 Jahre später dokumentiert Katharina Menhofer die Reise mit ihrem Vater nach Ernsthausen (Banatski Despotovac) im heutigen Serbien, aus dem er als Kind deportiert wurde. Als Katherina Braschels Protagonistin Lina von der SS-Mitgliedschaft ihres Großvaters erfährt, sucht sie nach Antworten jenseits der Opfererzählung der ›Volksdeutschen‹, ihre Recherchen führen sie schließlich in einen Vorort von Belgrad. Neben den historischen Komponenten erzählen die Autorinnen auch, wie diese Reisen in die Vergangenheit gegenwärtige Verwandtschaftsbeziehungen verändern.
A. Jungwirth
Katharina Menhofer gestaltet seit 1999 Beiträge, Reportagen und Interviews für Ö1.
Katherina Braschel, *1992 in Salzburg. Heim holen ist ihr erster Roman.
Andreas Jungwirth, *1967; Hörspiel-, Theater-, Buchautor. Viermal im Jahr stellt er in der Alten Schmiede radiophone Werke aus der Produktionswerkstatt von Ö1 vor.