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Montag, 11. Mai

Weitab vom Schuss

142. AUTOR*INNENPROJEKT

19:00
Sama Maani & Doron Rabinovici Lesungen, Gespräch
Johanna Öttl MODERATION

Doron Rabinovicis Prosawerk ist untrennbar verknüpft mit literarischer Arbeit an Shoah-Erinnerung. Dabei sind seine Romane keine historischen Nacherzählungen, sondern werfen grundsätzliche Fragen nach Identität, Herkunft und transgenerationeller Traumatisierung auf. Auch das Teheran in Sama Maanis Romanen ist kein Abbild der iranischen Stadt, sondern Teil eines Prosawerks, das historische Erinnerungsschichten ineinanderflicht und sich so immer auch mit dem Verhältnis zwischen Fiktion und Realität befasst. Die beiden österreichischen Autoren mit Wurzeln in Israel bzw. Iran beziehen in Essays politisch Stellung, doch ihre Literatur sperrt sich gegen eindimensionale Politisierung. Ihre Werke fragen: Welche Rolle spielen Herkunftssprachen und Literaturtraditionen in Rezeption und Kritik? Was erzählen uns Fernsehserien über die Gesellschaft? Und lässt sich mittels Literatur dort ein Gespräch entfalten, wo ein politischer Dialog in der Wirklichkeit nicht gelingt?

Sama Maani, *1963; Autor, Psychoanalytiker. Zuletzt u.a.: Warum uns der Iran nicht wurscht sein sollte – und Sigmund Freud und Robert Musil auch nicht (2023); Zu Besuch bei Onkel Napoleon (2026).

Doron Rabinovici, *1961; Autor, Historiker, Essayist. Zuletzt u.a.: Die Einstellung. Roman (2022).