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Donnerstag, 15. September 2022

//DICHTERINNEN LESEN DICHTERIN

Nachholtermin vom 25.11.2021

19:00
Ann Cotten
Elfriede Czurda
über
Rosmarie Waldrop

Die Dichterin, Übersetzerin und Verlegerin Rosmarie Waldrop wurde 1935 in Deutschland geboren und lebt seit 1958 in den USA. Die schmale Werkliste in deutscher Übersetzung haben zuletzt Ann Cotten und Elfriede Czurda mit eigenen Übertragungen maßgeblich erweitert. Ausgehend von Lesungspassagen kommen sie ins Gespräch:

»Das Werk Rosmarie Waldrops gleicht einem riesigen und vielseitigen Prisma. Immer wieder wandte sie sich im Modus ihres schreibenden, tastenden, offenen Denkens einem weiteren Thema zu. Als Übersetzerin unter anderem von Edmond Jabès, aber auch als Verlegerin hat sie zusammen mit ihrem Mann Keith die fortschrittliche Literaturszene der USA entscheidend geprägt.
Pippins Tochters Taschentuch kann man als Waldrops Projekt der Reflexion ihrer eigenen Geschichte lesen. Sprache erweist sich in Waldrops Hand als ein ideales Instrument, um die Echos und Reverberationen der Geschichte zwischen allgemeiner und subjektiver, den entsprechenden Versionen und Narrationen sichtbar und bedenkbar zu machen.
Ins Abstrakte treiben ist wie viele von Waldrops Büchern eine konzentrierte und doch in offene Tangenten leitende Studie. In diesem Fall hat sie Markt und Motorisierung und die Position der Null im Blick.«

A. Cotten/E. Czurda

Ann Cotten, *1982. Gedichte, Prosa, Theorie, Musikprojekte, Performances. Jüngstes Buch: Lyophilia (2019). Übertragungen R. Waldrops: Pippins Tochters Taschentuch (The Hanky of Pippin's Daughter, 1986; Bibliothek Suhrkamp, 2021) und Das Proben der Symptome (zweisprachig; 2021).

Elfriede Czurda, *1946. Romane, Erzählungen, Gedichte, Hörspiele. Zuletzt: Buch vom Fließen und Stehen. Gedichte (2014). R. Waldrop: Ins Abstrakte treiben (Driven to Abstraction; übers. mit Geoff Howes, Edition Korrespondenzen, 2015).