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programm

Dienstag, 24. März

101. Grundbuch der österreichischen Literatur seit 1945

19:00
Käthe Recheis Der weiße Wolf Roman. Herder, 1982; Hörbuch: Rubikon, 2017
Andrea Winkler LIEST AUSSCHNITTE UND KOMMENTIERT
Heidi Lexe REFERAT
Klaus Kastberger, Kurt Neumann REDAKTION, MODERATION

Käthe Recheis (1928–2015) schilderte 1997 ihre Überlegungen zu Der Weiße Wolf: »Als in den siebziger Jahren Phantasie als Flucht aus der Wirklichkeit verpönt wurde, entstand in mir der Wunsch, eine phantastische Geschichte als Gegenbeweis zu schreiben. (...) Ich war überzeugt, man könne sich auch in einer phantastischen Geschichte mit Zeitproblemen auseinandersetzen, und zwar allgemeingültig.«
In einer Laudatio fasste Heidi Lexe den erzählerischen Kern des Buches so zusammen: Drei Kinder dreier Völker müssen über den Fluss ohne Wiederkehr in das Land der strahlenden Felsen gelangen, um ihre Völker zu retten. Das christliche Motiv der Erlösung wird zusammengeschaut mit den »uralten Geschichten«, die Beispielgeschichte einer Gewaltherrschaft wird verknüpft mit dem Schicksal von Naturvölkern.

Käthe Recheis, *1928 in Engelhartszell/OÖ, gest. 2015 in Linz. Kindheit in Hörsching bei Linz, 1947 Matura in Linz. Sekretärin im Veritas Verlag, dann im österreichischen Büro des International Catholic Migration Committee (ICMC) in Linz und Salzburg. 1954 literarische Erstveröffentlichung in Hans Weigels Stimmen der Gegenwart; 1956 Leitung des ICMC-Büros in Wien. 1960 Weltkongress der ICMC in Ottawa, anschließend dreimonatiger Aufenthalt in Nordamerika. Seit 1961 freiberufliche Schriftstellerin, lebte in Wien und in Hörsching. Mehrfache Reisen nach Nordamerika; Kontakte zu indigenen Autor*innen und Aktivist*innen; aktives Engagement für die Belange der indigenen Bevölkerung. Über 60 Bücher, vielfache Auszeichnungen.

Andrea Winkler, *1972; zuletzt u.a.: Die Frau auf meiner Schulter. Roman (2018); Über Friederike Mayröcker (2024); Mitten im Tag. Prosa (2025).

Heidi Lexe, *1968, leitet die Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur (STUBE). Zuletzt: Körper erzählen. Embodiment in Kinder- und Jugendmedien (Mithg.; 2024).

gemeinsam mit dem Adalbert-Stifter-Haus, Linz (23.3.)