programm

Donnerstag, 18. April

Von, für und gegen Kraus

19:00
Franz Schuh Von, für und gegen Kraus
Suyang Kim Am Klavier
Im Anschluss Vernissage:
Martin Huxter Die Raben Zwölf Gemälde aus den Letzten Tagen der Menschheit

Karl Kraus (1874–1936) ist in erster Linie der Name eines Mannes, der schon lange tot ist. Aber in zweiter Linie ist Karl Kraus der Name eines Komplexes, durchaus auch im psychopathologischen Sinne eines »überwertigen Gefühlsinhalts«. Wie die Kraus-Rezeption unter einer problematischen Spannung steht, kann man einem Aphorismus Walter Benjamins entnehmen: »Nichts trostloser als seine Adepten, nichts gottverlassener als seine Gegner.« Das steht unter der Überschrift »Kriegerdenkmal«. Dies war es ja, was die einstige, einzigartige Wirkung von Karl Kraus ausmachte: das Polemische, das Kriegerische auf höchstem ästhetischen Niveau. Heute kann man den Krieger in aller Ruhe zitieren.
Franz Schuh nimmt sich heraus, vom Leser zum Vorleser zu werden.

F. Schuh

Franz Schuh, *1947; 1974–1993 Redakteur des wespennest. Lehrbeauftragter an der Universität für angewandte Kunst Wien, Kolumnist. Zuletzt: Ein Mann ohne Beschwerden (2023).