Katalin Ladik beim Festival Hör!Spiel! 2022

aus dem blog

Die akustische Poesie von Katalin Ladik entsteht zu einem nicht unbeträchtlichen Teil als Vertonung eigener und »fremder« Arbeiten visueller Poesie. Für den Kurzfilm O-pus, eine Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler und Autor visueller Poesie Attila Csernik und dem Filmemacher Imre Póth aus dem Jahr 1972, überführte sie die bewegten Buchstaben-Arrangements des Films in eine graphische Partitur, die sie anschließend stimmlich interpretierte. Ein frühes Beispiel für die produktive Wechselwirkung verschiedener künstlerischer Medien im Werk von Katalin Ladik.
Am Mittwoch, 16.3., ist Katalin Ladik beim Festival Hör!Spiel! live zu hören.
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Am Montag, 14.3., stellen das Kölner Trio sprechbohrer und Florian Neuner das gemeinsame Projekt »Autorenmusik« vor, das seit 2016 Autor*innen und Komponist*innen einlädt, für die drei phonetischen Stimmen der sprechbohrer in enger Zusammenarbeit mit den Interpret*innen sprachmusikalische Werke zu schreiben. Die Ausgangslage und Hintergründe des Projektes schildert dieser Text von Florian Neuner.
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Das Hörspielschaffen von Friederike Mayröcker war ab Mitte der 80er Jahre von einer intensiven künstlerischen Zusammenarbeit mit dem Regisseur Klaus Schöning geprägt. Anlässlich des Hörspielporträts von Friederike Mayröcker am 6. März & 7. März ist hier ein Essay von Schöning nachzulesen, der die Offenheit und Tiefe der Auseinandersetzung mit Hörspiel als Kunstform und deren Ausprägung bei Friederike Mayröcker im Speziellen deutlich macht.
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Wege zum Hörspiel

Blog, 28. Februar 2021
Aus Anlass des Hör! Spiel! Festivals 2021 schreiben Autor*innen und Regisseur*innen über ihre Wege zum Hörspiel und über mediale Charakteristika der Kunstform.
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programm

Dienstag, 2. März 2021

Hör! Spiel! Festival

19:00
Magda Woitzuck über Die Andouillette Text: Gion Mathias Cavelty. Regie: Martin Bezzola. SRF 2014
Michael Hammerschmid über Die Hamletmaschine Text: Heiner Müller. Regie: Blixa Bargeld, Wolfgang Rindfleisch. Musik: Einstürzende Neubauten. Rundfunk der DDR, Einstürzende Neubauten 1990

Hörspiel und das Imaginäre

20:00
Michael Hammerschmid
Magda Woitzuck
Annalena Stabauer MODERATION
Der Ort des Hörspiels sei die Imagination der Hörer*innen. Seit über das Hörspiel nachgedacht wird, hat diese Sichtweise mehrere Variationen erfahren: in der Rede von der »inneren Bühne« (Erwin Wickert), von der »Reise nach innen« (E. Jandl/F. Mayröcker), der Stimme als »körperloser Wesenheit« (Richard Kolb) oder auch im Diktum »Sprich, damit ich dich sehe« (Heinz Schwitzke mit Sokrates) – denn sehen lässt sich im Hörspiel nunmal nur vor dem »inneren Auge«. Auf Produktionsseite scheint sich diese Auffassung in der kontinuierlich großen Zahl an Hörspielen zu spiegeln, die die sinnlich erfahrbare Welt in Richtung Gedanken, psychische Wirklichkeit, Traum, Fantastik oder in die Abstraktion erweitern. Wie denken Hörspielautor*innen mit heutigen Medienerfahrungen über die Beziehung zwischen Hörspiel und Imagination? M. Hammerschmid und M. Woitzuck öffnen in ihren Texten auf je unterschiedliche Weise Imaginationsräume.

Michael Hammerschmid, *1972, Dichter und Autor von u.a. Liedern, Hörspielen, Essays; Lehrbeauftragter am Institut für Sprachkunst, Wien. Zuletzt Josef Guggenmos-Preis 2018; Hörspiele (u.a.): Candide und Belphegor und Die Kapsel, Regie: Götz Fritsch (ORF 2001 und 2002); Ende gut, alles gut – Kein Hörspiel (in der Reihe Literatur als Radiokunst, ORF 2008).

Magda Woitzuck, *1983 in Wien; Veröffentlichte Erzählungen und einen Roman – Hörspiele (u.a.): Doggod. Regie: Peter Kaizar, Philip Scheiner (ORF 2009); Vom Fehlen des Meeres auf dem Lande. Regie: Peter Kaizar (ORF 2013); Die Abkürzung. Regie: Alexander Schuhmacher (DLR 2020); u.a. Hörspielpreis der ARD für Die Schuhe der Braut (2017).




Hör! Spiel! Festival 2021

Das diesjährige Hör! Spiel! Festival nutzt die Gunst der Stunde und konzentriert sich aufs Gespräch im kleinen Kreis. Hörspielschaffende stellen an vier Abenden eine ihnen wichtige »fremde« Hörspielproduktion vor und sprechen über ihre eigene Arbeit. Jeder Abend hat einen eigenen thematischen Schwerpunkt. Außerdem sollen an zwei Sonntagnachmittagen Hörspiele in ganzer Länge zu hören sein. In Verbindung von Hörspielgeschichte und -gegenwart, im Sprechen über Ästhetik, über Methoden der Text- und der Studioarbeit, über Bedingungen der Produktion und Rezeption soll eine Art Mosaik des zeitgenössischen Hörspiels entstehen.

Annalena Stabauer | Konzept, Moderation, Programmtexte


Die vier Festivalabende werden live gestreamt. Die Sonntagnachmittage können aus rechtlichen Gründen nicht gestreamt werden und müssen entfallen, sollte keine Publikumspräsenz gestattet sein.

Mit Dank an ORF, DLR, SRF, HR, NDR, WDR, SWR, BR, MDR, SR und das DRA. In Zusammenarbeit mit DLF Kultur.