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Man kommt nicht als Frau zur Welt
DICHTERIN LIEST DICHTERIN
Monique Wittig, Autorin, feministische Aktivistin und einflussreiche Vordenkerin der Gender Studies, widmete sich in ihrem literarischen Werk dem Aufsprengen von Geschlechterdichotomien, von heteronormativen Prägungen und Vorstellungen von Begehren, Lust und Körperlichkeit. Ihre Texte kreisen um ein rein weibliches Figurenensemble und brechen experimentierfreudig mit einer patriarchal geprägten Sprache und den mit ihr einhergehenden Machtstrukturen. Ihr erster Roman L’Opoponax (1964) gilt heute als kanonischer Schlüsseltext queer-feministischer Literatur.
Zwischen Château und Sanatorium, literarischer und psychiatrischer
»Anstalt« ist Timo Brandts Roman angesiedelt. In Fortschreibung seines
Debüts diskutieren darin die Autorin Lynn und Kolleg*innen über
Geschlechterrollen, Feminismus, Philosophie und Politik. Die Vermessung
zwischenmenschlicher Beziehungen ist dabei zugleich eine des
gegenwärtigen Literaturbetriebs.
Von Liebe, Begehren,
Paarbeziehungen abseits der gesellschaftlichen Norm erzählt auch
Katharina J. Ferners Roman, in dem die Journalistin Paulina auf die
Society-Berühmtheit Bella trifft. Wien, Berlin und die Adria sind
Schauplätze einer intensiven, sprachlich pointiert eingefangenen
Begegnung auf dem schmalen Grat zwischen individueller Befreiung und
Selbstverlust.
Monique Wittig, *1935 in Dannemarie (FR), lebte ab 1976 in den USA, wo sie 2003 verstarb. Prosa, Essays, Übersetzungen, Theorie – auf Deutsch liegt u.a. vor: Die Verschwörung der Balkis / Les guérillères (1980); Das straighte Denken (Ü: B. Dittmann-Bieber, A. Summent, 2023); Der lesbische Körper (Ü: C. Driesen, A. Summent, 2026).
Laura Freudenthaler, *1984 in Salzburg. Romane, Erzählungen, Essays. Zuletzt u.a.: Iris. Roman (2026).
Timo Brandt, *1992 in Düsseldorf; Gedichte, Essays, Literaturkritiken. Romandebüt Oder die Löwengrube (2025).
Katharina J. Ferner, *1991, lebt in Salzburg; Poetin und Performerin. Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift mosaik. Zuletzt u.a.: salamanderin. Gedichte (2025).
Verena Stauffer, *1978; Lyrik, Prosa – zuletzt: Strahlen. Roman (2026).