programm
Dicht-Fest
104. AUTOR*INNENPROJEKT
Im neuen Gedichtband von Astrid Nischkauer (*1989) ist die Form der Gedichte eine Konstante. Es sind Gedichte, deren fünf Strophen jeweils einen Haiku bilden. Die Spannung zwischen Reduktion und Erweiterung erzeugt u.a. gegenläufige Bewegungen.
In Florian Neuners (*1987) Debüt werden die Themen Demenz, Erinnern, Vergessen, Sprachverlust und Abschied fokussiert. Formale Vielfalt, vom Sonett bis zum freien Vers, lässt Harmonie und ihren Verlust bis an die Ränder des Verstehens auch strukturell erkennen.
Isabella Feimers (*1976) Gedichtband ist eine Reise durch die Halbinsel Yucatán, eine Begegnung mit Natur, Landschaft, Menschen, Kultur und ein Eintauchen in die Mythen der Region, was sich zur existentiellen Frage von Sein und Auflösung auswächst.
Julia Costas (*1989) lyrische Texte kreisen um das Phänomen und das Wort ›Beben‹ in seinen verschiedensten Bedeutungen. Als Naturphänomen und als Erschütterung in einem Individuum und einem kollektiven Gesellschaftskörper.
Im neuen Gedichtband von Petra Ganglbauer (*1958) wird jeder Blick, jede Ansicht von der Welt bloßgelegt und voneinander getrennt. Was sind die Dinge an sich und was unsere Anschauung im Angesicht der Zerstörungen. Hat ein Blick, hat eine Sprache darauf noch Zugriff?
In Stefan Schmitzers (*1979) Langgedicht ist einerseits die Vermüllung von Himmel und Erde kritisch thematisiert, darüber hinaus aber die Frage gestellt, was man überhaupt verschriftlichen kann? Und dies alles in einem hybriden poetischen Sprachinszenierungsamalgam.
S. Insayif
Semier Insayif, *1965; Autor, Literaturvermittler; Präsident des BÖS – Berufsverband Österreichischer Schreibpädagog*innen; zuletzt: vom auf horchen und zu fallen. Gedichte (2025); siehe auch 12.11.
in Kooperation mit die Furche