programm
Kontrolle, Kunst und Wirklichkeit
Ein teils reales, teils imaginiertes Überwachungsszenario bildet den erzählerischen Hintergrund der Prosabücher von Ruth Aspöck und Robert Stähr. Deren Protagonist*innen fühlen sich angesichts komplexer Bedrohungen von außen in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher. Im literarischen Spiel mit Spiegelungen und Erzählperspektiven gewinnen Grenzgänge zwischen Kontrollverlust und Paranoia Kontur.
Literarische Auseinandersetzung mit Künstler*innenbiographien steht im Fokus des zweiten Teils des Abends: bei Dine Petrik ein zwischen Recherche und Einfühlung vermittelndes, feministisch akzentuiertes Porträt der Bildhauerin Camille Claudel; bei Egyd Gstättner ein fiktiver Vorlesungsreigen zu Johann Nestroy, der für lustvolle Abschweifungen und Gedanken zur Kultur- und Mentalitätsgeschichte Österreichs Platz bietet.
Ruth Aspöck, *1947; ebenfalls 2026 erschien: Hermines Entscheidungen. Leben und Essen in Wien. Roman.
Robert Stähr, *1960, Autor und Verlagslektor in Linz; zuletzt: Plattform eins (2023).
Dine Petrik, *1942; zuletzt: Verstaubte Götter. Historisches Zeitnahes (2025).
Egyd Gstättner, *1962, lebt in Klagenfurt; zuletzt: Arrivederci Adria! Erzählungen (2025).
Birgit Schwaner, *1960. Prosa, Lyrik, Essays, Hörspiele; zuletzt: Alice und Ich. Eine Erzählung (2024).