programm

Donnerstag, 2. Juli

Sprache als Bad Bank und Währung

144. AUTOR*INNENPROJEKT

19:00
Ann Cotten Projektkonzeption, Moderation
Ilse Kilic
Kai Pohl
Kristin Schulz
Lesungen, Gespräch zur literarischen Designpolitik

Das Symposium ORDNUNG UND EFFIZIENZ (2.–4.7.) befasst sich mit praktizierten Avantgarden und ihrer theoretischen Erfassung: »Wogegen richtet sich eine Avantgarde? Das Ende des Kalten Krieges versetzte die Schreibenden der eigenen Freiheit, die sich ›herausgenommen werden muss‹ (Bert Papenfuß), in eine gemeinsame Posthistoire – und auch sie wird momentan Historie. Zeit für eine Reflexion, um Taktiken gegen die Vereinzelung in der Diktatur des Markts ebenso wie gegen die Fürsorge einer unzeitgemäßen Bevormundung abzugleichen, damit ästhetische Codes auf ihre Resilienz geprüft werden können.« (A. Cotten)
Dem Auftakt in der Alten Schmiede folgen eine Abendveranstaltung am 3.7. (Einbaumöbel, IX., Stadtbahnbogen 97) und ein ganztägiges Symposium am 4.7. (»Assoziation zum Blauen Laub«, III., Dannebergplatz 11). Programmdetails unter diesem Link.

Ann Cotten, *1982; Mithg. der Zeitschrift Triëdere für Literatur und Theorie; PhD-Projekt »Misuseability. Vorarbeiten zu einer Ästhetik, die auch für Nichtmenschen funktioniert«. Zuletzt u.a.: Poller. Idyllen (2026).

Ilse Kilic, *1958; Prosa, Lyrik, Songs, Zeichnungen, Filme; Zeitschriftenherausgeberin und Verlegerin gem. mit Fritz Widhalm. Zuletzt (u.a.): Alter Ego. Mutprobe mit Zugaben (2025).

Kai Pohl, *1964 in Wittenburg, lernte Zerspanungsfacharbeiter und arbeitete unter anderem als Heizer, Kraftfahrer, Bühnenmaler und Regieassistent, bevor er von 1996 bis 2000 ein Studium Kommunikationsdesign an der FHTW Berlin absolvierte. 2006 gründeten Kai Pohl und Alexander Krohn den Verlag Epidemie der Künste. Pohl ist Herausgeber der Literaturzeitschrift floppy myriapoda sowie zahlreicher Lyrik-Anthologien wie z.B. der Reihe Schock Edition, Redaktionsmitglied der Zeitschrift Abwärts! und als Grafikdesigner tätig. Zuletzt erschien Sterne über Astrachan. 100 Gedichte im Autumnus Verlag. 
Eine Cut-up-Rundschau gegenwärtiger Lyrikproduktion lieferten Kai Pohl, Kristin Schulz, Clemens Schittko und Katja Horn mit dem Buch Fünfzigtausend Anschläge. Schwarzbuch der Lyrik (Berlin: Distillery Press 2016). Ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Gegenwartssprachanalyse leistete das immer wieder fortgesetzte kollektive Langgedicht Who's who. https://edk.pappelschnee.de/

Kristin Schulz *1975 in Jena, ist Literatur- und Theaterwissenschaftlerin, Übersetzerin und Produzentin von Primärliteratur. Sie promovierte zu Heiner Müller und ist mit für die Heiner Müller-Werkausgabe, die Edition MÜLLER MP3. Tondokumente 1972–1995 und die Herausgabe mehrerer Texte von und über Thomas Brasch verantwortlich. Sie schreibt für Bühne und Komposition, Kinderbücher, Prosa und Lyrik.

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