programm

Mittwoch, 24. Juni

Zu Ingeborg Bachmann

10:30
Lektüreworkshop mit
Vera Eßl & Uta Degner
15:30
Sigrid Weigel Ingeborg Bachmanns literarische Selbstanalyse und Kunst der Chiffrierung Vortrag
17:00
Diskussion mit
Sigrid Weigel, Alexander Honold, Uta Degner
Norbert Christian Wolf, Vera Eßl MODERATION
19:00

Ö1 – RADIOPHONE WERKSTATT

Ingeborg Bachmanns Hörspielwerk
Uta Degner Gespräch mit Hörproben
Andreas Jungwirth KONZEPT, MODERATION

Widersprüche und Leerstellen lassen Ingeborg Bachmanns Literatur und Biographie ambig erscheinen, während gleichzeitig die in Kunst und Wissenschaft behauptete Rätselhaftigkeit bis heute Bilder der Schriftstellerin prägt: Bachmann ist Bestsellerautorin und »gefallene Lyrikerin«, schüchterne Verführerin und feministische Kritikerin des Patriarchats. Woraus speist sich der ›Mythos Bachmann‹, welche Ambivalenzen lassen sich jenseits aller Mystifizierung beschreiben – und wie lesen wir Bachmann heute?
Die Veranstaltung eröffnet neue Perspektiven auf das ebenso bedeutende wie vielschichtige Œuvre und Leben der Autorin aus Sicht aktueller Forschung und Kunst. In der gemeinsamen Lektüre und Diskussion kanonischer Texte sowie erst kürzlich veröffentlichter Selbstzeugnisse werden bislang wenig beachtete Seiten ihres Werks und verborgene Facetten sichtbar. Die Teilnahme am Lektüreworkshop steht allen Interessierten ohne Anmeldung offen, die besprochenen Texte werden vor Ort zur Verfügung gestellt.
Ö1 sendet am 20.6. das Hörspiel Ein Geschäft mit Träumen (1952) und am 27.6. eine Neuinszenierung von Der gute Gott von Manhattan (1958/2026). Anhand von Tonbeispielen erörtert die Radiophone Werkstatt die Bedeutung von Bachmanns Radioarbeiten für die eigenständige Kunstform Hörspiel, ihre radiophonen Erzählstrategien und deren Stellung in ihrem Gesamtwerk.

V. Eßl / A. Jungwirth

Vera Eßl, Univ.-Assistentin am Institut für Germanistik, Univ. Wien, Promotionsprojekt zu Robert Musil und Ingeborg Bachmann.

Uta Degner, Univ.-Prof. für Österr. Literatur- und Kulturgeschichte an der Univ. Innsbruck, Mitherausgeberin der Salzburger Bachmann Edition. Zuletzt u.a.: Ingeborg Bachmann. Spiegelungen eines Lebens (2023).

Alexander Honold, Univ.-Prof. an der Univ. Basel; zuletzt (u.a.): Liebeslinien. Ingeborg Bachmann in ihren Literaturbeziehungen mit Paul Celan und Max Frisch (2026).

Andreas Jungwirth, Hörspiel-, Theater-, Buchautor. Viermal im Jahr stellt er in der Alten Schmiede radiophone Werke aus der Produktionswerkstatt von Ö1 vor.

Sigrid Weigel, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin. Mehrere Monografien zu I. Bachmann, u.a.: Ingeborg Bachmann. Hinterlassenschaft unter Wahrung des Briefgeheimnisses (1999).

Norbert Christian Wolf, Univ.-Prof. am Institut für Germanistik, Univ. Wien. Zuletzt u.a.: Autosoziobiografie mit Bourdieu: soziologische Theorie und literarische Genrekonstitution (hg. mit L. Rammerstorfer u. H. Stiemer, 2025).

Eine Kooperation des Fachbereichs für Germanistik der Universität Wien und der Alten Schmiede
april 2026
mai 2026
juni 2026
juli 2026