programm
DICHTERLOH
Olga Wawracz, Mellanie Kašjak, Anna Horak, Sára Köhnlein
19:00zweisprachige Lesung Tschechisch – Deutsch, Gespräch in englischer Sprache
Christian Steinbacher
19:00
»die platten sind in voller blüte« (O. Wawracz)
»ihr habt zuhause ein transmädchen« (M. Kašjak)
Olga Wawracz und Mellanie Kašjak gehen in den privaten Raum, wo Öffentlichkeit und Privates durchlässig werden. Mellanie Kašjak befragt den Körper, seine Verletzlichkeit, transsexuelle Identität. Olga Wawraczs Gedichte bewegen sich in surrealen Bildern im Alltag einer Stadt und eines Ich zwischen Platten(bauten), Krisen und großer Sehnsucht. Beide Dichter*innen schreiben in einer hellwachen, sehr offenen Form.
Olga Wawracz, *2004 in Brünn; Dichter*in, Aktivist*in. Der Lyrikband Komunitní rozměr (2024; dt. Gemeinschaftsdimensionen) ist ihr erstes Buch.
Mellanie Kašjak, *2005 in Tschechien, veröffentlichte 2025 Objev purpurové barvy (dt. »Entdeckung purpurner Farbe«) und Nepojmenované části těla (dt. »Unbenannte Körperteile«).
Anna Horak, Tochter tschechischer Eltern, geb. in der Schweiz, bewegt sich literarisch in Zwischenformen; Teil des Kollektivs lyrika.
Sára Köhnlein, *2000 in Prag, schreibt auf Tschechisch und Deutsch. Publikationen in Literaturzeitschriften.
»Macht in Gaunerei Euch stark: Trug sucht Quark.« (C. Steinbacher)
In seiner Leseperformance stellt Christian Steinbacher Umschriften, Weiterdichtungen, Risse und Collagen von, zu und auf Grundlage von Textmaterialien von vor allem Hans Arp und auch Sophie Taeuber-Arp vor. Er erweitert dabei das Repertoire herkömmlicher Sprachproduktion auf akustischer, gestischer, rhythmischer, prosodischer, semantischer Ebene und stellt mit Arp & Co kommunizierende Sprachereignisse von großer poetischer Präzision und Freiheit her.
Christian Steinbacher, *1960, lebt als Autor, Herausgeber, Kurator in Linz. Gedichte, konzeptionelle Poesie, Prosa, Hörtexte, Essays. Zuletzt: Hoch die Ärmel. Gedichte und Schritte (2025).
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Dichterloh. Lyrikfestival
Was ist Poesie, wie entsteht sie, was macht sie mit Sprache, Form, Gesellschaft und mit jeder*m Einzelnen von uns? Die Gedichte und Texte der aus vier Sprachräumen kommenden Dichter*innen befreien von Klischees, von den verschiedensten Bildern und Zuschreibungen, die an Welt, Gedichte und Poesie herangetragen werden, und bringen so emanzipatorische Gegenentwürfe zu allem Verknöcherten, Verhärtenden und Verheerenden unserer Gegenwart ins Spiel.
Michael Hammerschmid
Konzeption, Moderation, Programmtexte
Michael Hammerschmid, *1972. Gedichte, Lieder, Hörspiele, Essays; zuletzt: wolkenschaum. gedichte für kinder (2025).