programm
Zoltán Lesi, Feridun Zaimoglu
DICHTERLOH
»Die Haut am Beton ist grauer als Angst« (Z. Lesi)
»Die Vögel weinen Blut.« (F. Zaimoglu)
Die sehr unterschiedlichen Bücher von Zoltán Lesi und Feridun Zaimoglu eint der Blick auf individuelle und kollektive Katastrophen, das Interesse für die Erzählung, die sich von sich selbst emanzipiert und in poetischer Sprache neue Horizonte eröffnet. Zoltán Lesis drei Langgedichte widmen sich dem Nuklearunfall von Tschernobyl 1986, indem unterschiedliche Stimmen und Perspektiven dem Zusammenspiel von Fakt, Historie und Poesie nachspüren. Feridun Zaimoglus POEM NOIR kann als ein aus unbewussten kulturellen, archaischen Schichten und Tabus ausgefalteter poetischer Aufruhr beschrieben werden, der in sprachsprühenden Vignetten und Gedichten auftritt.
Zoltán Lesi, *1982 in Gyula (Ungarn), lebt als Autor, Übersetzer, Literaturvermittler in Wien und Budapest. Zuletzt: In Frauenkleidung (Ü: Nóra Keszerice; 2019).
Feridun Zaimoglu, *1964 in Bolu (Türkei), aufgewachsen in Deutschland, lebt seit 1985 als Autor, Journalist, Regisseur, bildender Künstler in Kiel; Romane, Erzählungen, Theatertexte – zuletzt: Sohn ohne Vater. Roman (2025).
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Dichterloh. Lyrikfestival
Was ist Poesie, wie entsteht sie, was macht sie mit Sprache, Form, Gesellschaft und mit jeder*m Einzelnen von uns? Die Gedichte und Texte der aus vier Sprachräumen kommenden Dichter*innen befreien von Klischees, von den verschiedensten Bildern und Zuschreibungen, die an Welt, Gedichte und Poesie herangetragen werden, und bringen so emanzipatorische Gegenentwürfe zu allem Verknöcherten, Verhärtenden und Verheerenden unserer Gegenwart ins Spiel.
Michael Hammerschmid
Konzeption, Moderation, Programmtexte
Michael Hammerschmid, *1972. Gedichte, Lieder, Hörspiele, Essays; zuletzt: wolkenschaum. gedichte für kinder (2025).