programm

Donnerstag, 6. Mai 2021

Imaginierende Worte und Bilder

DICHTERLOH

19:00
Leta Semadeni
In mia vita da vuolp / In meinem Leben als Fuchs
Tulpen / Tulipanas
Rätoromanisch/Deutsch. Chasa Editura Rumantscha
Rätoromanisch/Deutsch. Mit Illustrationen von Madlaina Janett. SJW Schweizerisches Jugendschriftenwerk
Peter Enzinger (Gedichte)
Georg Bernsteiner (Zeichnungen)
frühe feuer Klever Verlag
Michael Hammerschmid MODERATION

Bild und Metapher und die sinnliche Materie der Sprache sind sowohl in Leta Semadenis als auch in Peter Enzingers Gedichten der Stoff, der zum Fluoreszieren gebracht wird. Leta Semadenis rätomonanisch und deutsch geschriebene Gedichte gleichen hellhöriger Zauberei mit den Erscheinungen der Welt. Peter Enzingers Poesie setzt vor allem aufs Einzelwort sowie auf dessen Komposition zu immer wieder melancholischen Gefügen, die mit den 33 Zeichnungen Georg Bernsteiners suggestive Beziehungen eingehen.

M. Hammerschmid


Leta Semadeni, *1944 in Scuol im Unterengadin, schreibt und publiziert Gedichte und Prosa im rätoromanischen Vallader und auf Deutsch. 2020 Josef-Guggenmos-Preis für Kinderlyrik. Bücher (Rätoromanisch/Deutsch) u.a.: Poesias da chadafö/Küchengedichte. Poesias/Gedichte (2006); raz. Mit Fotografien von Paul Lussi (2011); Tamangur. Roman (2015).

Peter Enzinger, *1968 in Zell am See, lebt in Wien. Gedichtbände u.a.: mechanismen und defekte. Mit Zeichnungen von G. Bernsteiner (2004); Rimbauds Kantine. Prosagedicht (2009); ahabs blau. Mit Zeichnungen von G. Bernsteiner (2018).

4.–11.5.
Lyrikfestival Dichterloh

Vielleicht ist es Zufall? In vielen Gedichten und Gedichtbänden des diesjährigen Festivals taucht die Dialektik von Anwesendem und Abwesenden und immer wieder auch die Frage des Abschieds auf. Keine Absicht in der Konzeption steckt dahinter, aber es ist dieses Aufflackern, das sich mit den aktuellen Fragen um Abschied und Distanz, möglicher und unmöglicher Nähe in der Corona-Pandemie verbindet. Das Gedicht aber vergegenwärtigt. Und sei es das Abwesende, Verlorene, Verabschiedete. Und es tut dies mit den Mitteln der Sprache, die bei Dichterloh wie jedes Jahr in den unterschiedlichsten dichterischen Formungen und Gestaltungen im Mittelpunkt steht. Zehn aus fünf Sprachräumen und sechs Ländern kommende Dichterinnen und Dichter zeigen in ihren jüngsten Gedichtbänden auf, welche Schichten und Nuancen von Existenz, Gesellschaft und Sprache mit dichterischen Mitteln freigelegt werden können.

Michael Hammerschmid
Konzept, Moderation und Programmtexte

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