programm
Mosambik in der Literatur – Trojanow trifft …: Mia Couto
96. AUTOR*INNENPROJEKT
zweisprachige Veranstaltung Portug./Dt.
August 1914: Ein Kanu überquert den Fluss, der Tansania von Mosambik trennt. Deutsche Soldaten überfallen einen portugiesischen Militärposten, und in Ostafrika beginnt der Erste Weltkrieg. Zeitgleich verschwindet im portugiesischen Kolonialreich auf mysteriöse Weise die Schrift; Landkarten werden unleserlich, Kompasse versagen den Dienst. Mia Coutos Der blinde Fluss ist der Entwurf einer Erzählung der Vielen, die sich in ihrer Mehrstimmigkeit gegen die Mechanismen von Geschichtsschreibung richtet.
Henning Mankell, der Mosambik sein zweites Zuhause nannte, verortet Mia Couto in einer afrikanischen Tradition des nichtlinearen Erzählens und schreibt: »Ich habe Mia Couto immer als Forscher betrachtet, nicht nur in der Art und Weise, wie er seine Geschichten aufbaut, sondern auch, wie er mit der Sprache arbeitet. (…) Es gibt immer verborgene Bedeutungen zwischen den verschiedenen regionalen Sprachen und dem moçambiquanischen Portugiesisch. Mia Couto erkundet, was dies für seine Sprache bedeutet. (…) Seine Arbeit als Autor macht die moçambiquanische Sprache eigenständiger, formbewusster, eigenwilliger.«
Ilija Trojanow, *1965; Romancier, Übersetzer; politische Sachbücher. Zuletzt u.a.: Das Buch der Macht (2025).
Barbara Mesquita, *1959; übersetzt Literatur aus dem Portugiesischen und dem Spanischen, mit Schwerpunkt auf den lusofonen Ländern Afrikas.
Mia Couto lesen … mit Petra Nagenkögel, siehe 21.10.