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Donnerstag, 24. Juni 2021

wespennest Nr. 180

LITERATUR ALS ZEIT-SCHRIFT

19:30
Jürgen Link
Ines Rössl
Carlos Watzka
Normalität und Ausnahmezustand
Ein Gespräch über die Güte von Normen und die Kurvenlandschaften der Krise
Andrea Roedig MODERATION

Lange Zeit galt als »normal«, was »natürlich« war, also der Ordnung der Natur oder auch der Vernunft entsprechend. Diesem immer schon ideologischen Richtmaß ist längst der Zahn gezogen. Doch was kommt jetzt? Und was wird wirklich »neu« sein an der Normalität nach der Krise? Aus aktuellem Anlass umkreist die Frühjahrsausgabe des wespennest mögliche Bedeutungen der Rede von Normalität. Historisch stammt der Begriff »norma« aus der Architektur und meinte »Winkelmaß«, »Richtschnur«. Die Texte beschäftigen sich daher mit der normierenden Wirkung von Gebäuden, sie untersuchen Normalität als sedimentierte Gewohnheit, werfen einen Blick in die Geschichte der tschechoslowakischen »normalizace«, fragen, was »normal« ist an der Vermögenskonzentration und ob »normal« als politischer Begriff eher links oder rechts steht.

Jürgen Link, *1940, em. Professor für Literaturwissenschaft. Schwerpunkte: Interdiskurstheorie, Kollektivsymbolik, Normalismustheorie; politisches Engagement. Mitherausgeber von kultuRRevolution. zeitschrift für angewandte diskurstheorie. Zuletzt erschien u.a. Normalismus und Antagonismus in der Postmoderne. Krise, New Normal, Populismus (2018).

Ines Rössl, *1981 in Wien, Rechtswissenschafterin, Theaterschaffende. Universitätsassistentin am Institut für Rechtsphilosophie der Universität Wien. Redakteurin des juridikum. zeitschrift für kritik | recht | gesellschaft. Veröffentlicht wissenschaftliche Aufsätze, Essays, Kurzprosa sowie experimentelle Kurzhörstücke.

Carlos Watzka, *1975 in Leoben, Assoz. Professor für Psychotherapiewissenschaft an der SFU Linz. Buchpublikationen u.a.: Sozialstruktur und Suizid in Österreich (2008); Gesellschaft und Psychiatrie in Österreich (hg. mit E. Gabriel, E. Lobenwein, E. Dietrich-Daum, 2016); Seelenheil und Seelenleid (2021); Der Teufel in Graz? (mit G. Ammerer, im Ersch.).

Andrea Roedig promovierte im Fach Philosophie. 2001–2006 leitete sie die Kulturredaktion der Wochenzeitung Freitag. Freie Publizistin, seit 2014 Mitherausgeberin des wespennest. Zuletzt: Schluss mit dem Sex (Essays, 2019).

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