der hammer 87

Literatur im Herbst: Echos aus Japan

November 2016

Ina Hein: Japans ›Andere‹ schreiben zurück: Widerständige Literatur aus Japan

Seit 1945 war die japanische Selbstsicht geprägt von der Vorstellung der kulturellen Einzigartigkeit sowie der Homogenität Japans mit einer innerhalb der Nationsgrenzen einheitlichen Kultur und Sprache. Dieser Diskurs wird als nihonjin-ron (»Japan/er-Diskurs«) bezeichnet. Seinen Höhepunkt hatte er in den 1970er und 80er Jahren, und er hat seine Wirkungsmacht bis heute immer noch nicht ganz verloren. Dadurch wird die Existenz von ethnischen (und auch anderen) Minderheiten in Japan verschleiert und die Tatsache ignoriert, dass es selbstverständlich im Zuge fortschreitender Globalisierungsprozesse eine zunehmende Migration nach und auch aus Japan gibt, die wiederum diverse kulturelle Vernetzungen und Vermischungen nach sich zieht.

Dieses auf die Kategorie der ›Nation‹ bezogene Selbstverständnis begann ab den ausgehenden 1980er und beginnenden 1990er Jahren aufzubrechen, und an diesem Prozess war und ist die japanischsprachige Literatur maßgeblich beteiligt. Vielfach wird durch Aktivitäten von LiteratInnen sowie in deren Texten aufgezeigt, dass die behauptete Einzigartigkeit, Homogenität und Abgetrenntheit Japans ein Mythos ist. Stattdessen werden Ungleichheiten aufgedeckt und auf die Vielfalt innerhalb Japans hingewiesen ...

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