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Literatur im Herbst 2011: Via Donau

Literatur im Herbst: Via Donau (28.10.-30.10.2011)

Oktober 2011

Das letztmögliche Buch über die Donau und ihren Raum hat für uns in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts der Triestiner Claudio Magris geschrieben. Es heißt »Donau« und führt uns durch die kulturgeschichtlichen Bedeutungen des Großraums. Damals, in den siebziger Jahren, als der Kalte Krieg alles, aber auch alles an Zuordnungen ausgehebelt und die gesamte Welt, auch die europäische, auf zwei Lager reduziert hatte, war das bestimmt ein Wagnis. Ein Wagnis, aber auch ein Versprechen. Denn so über den Donauraum zu schreiben, bedeutete damals die Ergebnisse des Kalten Kriegs, die Moskau mit jeder neuen Geste, mit jedem Friedensangebot, zu zementieren versuchte, infrage zu stellen, mit einem Wort, über den Donauraum zu sprechen war damals subversiv.

Der Donauraum, so die schlichte Erkenntnis, was das Gegebene angeht, verbindet nicht nur West und Ost, er ist ein Fundament dieser Verbindung. Man kann nicht vom Donauraum sprechen, ohne zwei Begriffe ins Spiel zu bringen: Habsburg und Mitteleuropa. So unterschiedlich sie sein mögen und so verschieden man sie auch verstehen mag, ohne sie ist der Raum nicht beschreibbar.

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