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Donnerstag, 24. November 2022

DICHTER LIEST DICHTER

19:00
Jan Koneffke
über
Ludwig Fels

Der einstige Hilfsarbeiter, Maschinist, Stanzer und Packer Ludwig Fels (1946–2021) reüssierte in den 70er Jahren als hochbegabter »Arbeiterdichter«. Sich aus der Welt deformierten Lebens, der psychosozialen Misere mit expressionistischer Wucht und kühnen Metaphern herauszusprengen, war für ihn ein Akt purer Notwendigkeit. Man merkt sie dem Werk, von der Lyrik bis zu den Romanen, an. Doch die Entfremdung von Sprachlosigkeit und Gewalt hob die innere Fremdheit nicht auf – sie verstärkte sie. Auch die Literatur bot keine Heimat. Noch die Erkenntnis des (Selbst)Betrugs der »schönen Worte« bedient sich der »schönen Worte«.

J. Koneffke

Jan Koneffke, *1960 in Darmstadt, lebt in Wien und Bukarest. Zuletzt: Als sei es dein. Gedichte (2018), Die Tsantsa-Memoiren (2020).

Ludwig Fels, *1946 in Treuchtlingen; 2021 in Wien, verschiedene Hilfs- und Gelegenheitsjobs; seit 1973 freier Schriftsteller. Verfasser von Romanen, Lyrikbänden, Theaterstücken und Hörspielen. Publikationen (Auswahl): Anläufe (1973), Die Sünden der Armut. Roman (1975), Der Himmel war eine große Gegenwart. Ein Abschied (1990), Reise zum Mittelpunkt des Herzens. Roman (2006), Die Hottentottenwerft. Roman (2015), Dou di ned o. Mundartlyrik (2020), Mondbeben. Roman (2020).