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programm

Dienstag, 1. März 2022

Politisches Schreiben

StreitBar

18:30
Josef Haslinger Das Vaterspiel Roman. S. Fischer Verlag
Elias Hirschl Salonfähig Roman. Zsolnay Verlag
Cordula Simon Die Wölfe von Pripyat Roman. Residenz Verlag
Lesungen und Selbstkommentare mit anschließendem Gespräch
Johanna Öttl MODERATION

Was bedeutet politisches Schreiben für Autor*innen unterschiedlicher Generationen? Welche literarischen Strategien kennt politisches Schreiben – die zeitgeschichtliche Herleitung, die Analyse der Gegenwart, der Blick in die Zukunft? Drei Positionen kommen ins Gespräch:
»Obszöner hat ein Land in Zeiten des Friedens noch nicht ausgesehen«, schreibt Josef Haslinger in seinem Essayband Klasse Burschen von 2001 – ein Satz, der seine Gültigkeit nicht zu verlieren scheint. Im wenig früher erschienenen Vaterspiel (2000) befasst sich Haslinger anhand einer fiktiven Familiengeschichte mit politischen Verstrickungen der österreichischen Nachkriegsgesellschaft, die sowohl zeitgeschichtlich hergeleitet als auch Auseinandersetzung mit dem Status quo ist.
Als Satire auf einen zeitgenössischen Politikertypus der narzisstischen, inhaltsleeren Slimfit-Generation wurde Elias Hirschls Salonfähig (2021) gelesen. Der Autor selbst spricht von einem Roman, der »eher deprimierende politische Themen unterhaltsam« darstellt und damit auch »etwas begreiflicher macht« – der Roman konzentriert sich auf eine zugespitzte Figuration der Gegenwart.
Cordula Simons Wölfe von Pripyat (2022) sind eine angebliche Terrorgruppe, die gegen ein despotisches Regime kämpft. Die Autorin wirft einen Blick in eine von digitaler Überwachung, erzwungener Selbstregulierung und staatlicher Identitätspolitik geprägte Zukunft.

Josef Haslinger, *1955, lebt in Wien und Leipzig; Prof. am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Bücher (u.a.): Politik der Gefühle. Ein Essay über Österreich (1987); Mein Fall (2020).

Elias Hirschl, *1994 in Wien, Autor und Slam-Poet. Zuletzt: Hundert schwarze Nähmaschinen. Roman (2017).

Cordula Simon, *1986 in Graz, studierte deutsche und russische Philologie in Graz und Odessa. Zuletzt: Der Neubauer. Roman (2018).