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programm

Donnerstag, 14. Januar 2021

Wiener Kolloquium Neue Poesie

ANGEWANDTE UNIVERSITÄRE FORSCHUNG UND LEHRE

19:00
Christian Steinbacher
Thomas Eder
stellen mit Studierenden die gemeinsam erarbeiteten Beiträge zum Thema Dialogizität. Rekonstruktion eines Prinzips vor

Ein Gemeinschaftsprojekt von Universität Wien, Gesellschaft zur Erforschung von Grundlagen der Literatur und Alte Schmiede


Das Kolloquium Neue Poesie soll Dichterinnen und Dichter mit Studierenden der Germanistik zusammenführen. Christian Steinbacher versucht mit Thomas Eder und den Teilnehmenden am Seminar eine Rekonstruktion des Prinzips »Dialogizität«, das besonders seit der verstärkten Bachtin-Rezeption seit den 1960er Jahren ein zentraler literaturwissenschaftlicher Begriff geworden ist.

Bei der Abschlussveranstaltung werden sie gemeinsam die Ergebnisse ihrer Arbeit vorstellen. Dabei soll das als »Parallelismus mit Variation« beschreibbare dialogische Moment in den Texten Steinbachers in einer Art poetischem Nachvollzug erfahrbar werden; unter anderen wird auch ein Text aus der Kartothek von Lew Rubinstein zu überschreiben versucht: »Jede Karte ist sowohl Objekt als auch eine universelle rhythmische Einheit, die jeglicher Redegeste den gleichen Wert verleiht – von der entfalteten theoretischen Äußerung bis zur Interjektion, von der Bühnenanweisung bis zum Fragment eines Telefongesprächs.« (Rubinstein im Begleitheft zu der 2003 im Verlag Helmut Lang erschienenen Kartothek)

Christian Steinbacher, *1960 in Ried im Innkreis, lebt seit 1984 als Autor, Herausgeber und Kurator in Linz. Zusammenarbeit mit anderen Kunstschaffenden, u. a. über die Künstlerinnenvereinigung MAERZ. Seit den späten 1980er Jahren visuelle, sonore und konzeptuelle Poesie, Sprechauftritte und Textinstallationen. Schreibt heute Gedichte, poetische Prosa, Hörstücke und Essays, auch zusammen mit anderen Kunstschaffenden. Ausgezeichnet u.a. mit dem Literaturpreis Wartholz 2010, dem Heimrad-Bäcker-Preis 2013. Zuletzt erschienen: Gräser im Wind. Ein Abgleich (2017); Wovon denn bitte? Gedichte und Risse (2019); Phantome Phantome (mit Michèle Métail, 2020).

Thomas Eder, *1968, lehrt an der Universität Wien, Referatsleiter im Bundeskanzleramt. Zuletzt erschien: Die Sprachkunst Gerhard Rühms (hg. mit Paul Pechmann, 2021).